Ist Realität real oder vielleicht nur ein Echo?
Byron Katie, die Erfinderin von „the work”, schrieb vor einiger Zeit auf Twitter: „Reality is always the story of a past, and what I love about the past is—it’s over.” Übersetzt: Realität ist immer eine Geschichte der Vergangenheit und was ich an der Vergangenheit liebe: Sie ist vorbei. Wie bitte? Da verdrehen sich die Hirnwindungen, um zu verstehen, was sie meint.
Übersetzen könnte man ihre Aussage ganz simpel so: Das was ich heute sehe, habe ich gestern erschaffen durch meine mehr oder weniger bewussten Entscheidungen. Wir verwenden den Begriff Realität landläufig ja so, dass es etwas Festes, Fixes, Unabänderliches, Bodenständiges ist, dem man nicht mit „Hirngespinsten” kommen könne. Aber was ist wirklich fest an der Realität?
Realität ist nur eine Wahrnehmung
Realität ist nur eine Wahrnehmung, die ganz persönliche Wahrnehmung einer einzelnen Person. Selbst wenn Millionen Menschen sich partiell oder zur Gänze auf etwas als gemeinsame Realität, also gemeinsame Wahrnehmung einigen, kann es doch sein, dass Millionen anderer Menschen dies – vielleicht aufgrund ihrer kulturellen und sozialen Erziehung - anders wahrnehmen oder gar nicht wahrnehmen. Was ist also Realität?
Realität ist ein Echo aus der Vergangenheit
Das, woran wir uns klammern, das was uns täglichen Halt geben soll, ist ein Echo aus vielen verschiedenen Zeitebenen, in denen wir viele verschiedene – manchmal sich entgegenstehende – Entscheidungen getroffen haben. Dass ein Mensch beispielsweise heute in der „Realität” einer bestimmten Arbeit nachgeht, dem liegt ein Konglomerat an früher getroffenen Entscheidungen zugrunde.
Es kann jene sein, die im Alter von zarten 3 Jahren getroffen wurde, dem Vater nacheifern zu wollen und selbst mal so ein großartiger Forscher werden zu wollen wie er, oder eine Entscheidung aus der Jugendzeit, die Mädchen beeindrucken zu wollen mit einem tollen Job und dem Geld, das man dafür erhält. Vielleicht liegt der beruflichen Auswahl eine Wiedergutmachung aus einem Vorleben zugrunde oder ein Mensch hat viele Leben zu einem bestimmten Beruf gelernt und kann nun als Meister seines Fachs sein ganzes Wissen offerieren.
Vielleicht liegt der heutigen Berufswahl auch die tiefe Bewunderung für Onkel Klaus zugrunde, den man als Kind ganz toll fand in seinem Job oder der Erfolg im Job wird angetrieben von der Entscheidung – angesichts einer Schulklasse, die einen verspottete – es allen zeigen zu wollen.
Die Würfel sind gefallen
Die aktuellen Zustände in unserer „Realität” sind ein Echo aus einer Zeit, in der etwas aktiv durch unser Bewusstsein ging und eine Entscheidung erforderte. Nachdem die Entscheidung getroffen wurde, sank das Thema ins Unterbewusste und agiert nun von dort so wie das automatisierte Verhalten beim Autofahren.
Beginnt man einen Fahrschulkurs, ist man anfangs oft verwirrt, was man alles gleichzeitig tun soll beim Autofahren. Nach der Reihe übt man Schalten, Bremsen, Gas geben, Lenken und verbindet die Tätigkeiten miteinander. Man trifft eine Entscheidung, dass man sich nun so fortbewegen wird und sich auf die eingelernte Art verhalten wird, sobald man den Zündschlüssel im Auto umdreht. Nun sinkt diese Entscheidung als Prägung ins Unterbewusste und wir hören auf, uns jedes Mal wenn wir losfahren, vorzusagen, was wir tun müssen – wir haben ein Verhalten automatisiert. Und genauso funktioniert es auch mit allen anderen Lebensbereichen.
Realität als automatisiertes Unterbewusstes
Wenn diese automatisierten Verhaltensmuster und Sichtweisen uns Wohlgefühl, wenn dieses Echo namens Realität uns ein gutes Leben beschert, kann man es getrost so sein lassen. Wenn die Entscheidungen jedoch im heute Probleme bereiten, wenn die inneren alten „Schuhe“ nicht mehr passen, dann lohnt es sich, im tiefen Becken des Unterbewussten nach den ursprünglich getroffenen Entscheidungen zu fahnden und sie zu verändern.
Wer sich jemals von mir durch eine Balancing Sitzung begleiten hat lassen, wird bestätigen können, wie schnell sich dieses Echo namens Realität verändern lässt. In dieser Sekunde ist da noch eine gespaltene Familie, die Unfähigkeit, seine beruflichen Ziele zu erreichen oder Krankheit und im nächsten Moment ist eine Veränderung geschehen, die Familie wieder eine konstruktive systemische Einheit, die Berufsblockade gegangen oder der Körper strukturiert sich neu. An die Stelle eines blockierten Systems tritt ein balanciertes Inneres und daraus resultiert ein balanciertes Leben.
Das Echo hören und sich bewusst erschaffen
Schon im nächsten Moment ist auch dies ein Echo, ein Echo getroffener Entscheidungen. In diesem Fall wurden schmerzhafte, trennende, störende Entscheidungen bewusst geändert in hilfreiche, positive, kraftvolle und lebensspendende Entscheidungen.
Wir erschaffen uns unsere Realität. Wie wir in unserem bisherigen Sein entschieden haben, formt heute unsere Realität. Unsere heutige Realität ist das Konglomerat aus allen Entscheidungen, die wir je getroffen haben, in diesen Leben, in früheren Leben, in den Zeiten zwischen den Leben und sogar während der Schwangerschaft und der Geburt.
Schmerzt unsere aktuelle „Realität“, dann ist es Zeit- und Energieverschwendung, auf das Echo sauer zu sein. Was kann das Echo dafür? Es ist nur ein Widerhall, eine Erinnerung an…. die eigenen alten Entscheidungen, die im Unterbewussten ihrer Erlösung und Veränderung harren.
Ich wünsche euch, dass ihr das Echo eurer Vergangenheit hören, die Botschaften verstehen und die Veränderungen vornehmen könnt, die euch glücklich machen.
Christine
Die ihre Klienten lehrt, die Realität zu verändern