Der Ahnenfluss - ein Genuss?
Im letzten Blogeintrag sprach ich die Gründe für scheiternde Beziehungen an und zwei davon waren karmischer Verträge und falsch laufende Ahnenflüsse. Daraufhin gab es mehrere Rückmeldungen, ich möge doch mehr zum Thema Ahnenfluss und karmische Verträge schreiben. Diesem Wunsch komme ich gerne nach!
Eins und eins ist viele(s)
Wenn sich zwei Menschen begegnen und eine Beziehung eingehen, ist nichts mit tabula rasa – es begegnen sich zwei bereits voll beschriebene Blätter. Mann und Frau bringen nach dem herkömmlichen Verständnis ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Jugendzeit und der Kindheit mit. Mit einem erweiterten Bewusstsein erkennt man, dass die einzelne Person einerseits auch ihre gesamten Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Zeugung, der Schwangerschaft und der Geburt und aus allen je gelebten Vorleben mitbringt und andererseits nicht nur dieser Mann oder diese Frau eine Beziehung mit einem anderen eingeht, sondern die ganze Familie, die ganze Ahnenkette, die an der Person „dranhängt“. Nun werden einige sagen: „Genau deshalb habe ich den Kontakt zu meiner Familie abgebrochen! Damit die sich nicht verbal oder energetisch in meine Familie einmischen!“. Freilich ist es unter bestimmten Umständen nötig, Raum zwischen sich und der Familie zu bringen, an der energetischen Verbindung ändert die räumliche Distanznahme allerdings nichts.
Wir sind alle miteinander verbunden
Wir sind alle miteinander verbunden heißt es und mancher einer denkt, das sei ein Zustand der einmal in fernerer Zukunft zu erreichen sei. Falsch gedacht. Dieser Zustand ist Fakt. Wer lernt, die Energiefelder und Energieverbindungen zwischen Menschen anzuschauen, der sieht sehr schnell die starken Bänder, die zwischen Großeltern, Eltern und Kindern existieren. Der einzige Fall, wo Bänder fehlen können, sind künstliche Befruchtungen – ansonsten sind es diese Bänder, die die Verknüpfung der Seelen über die Zeit- und Raum-Matrix gewährleisten. Eine gute Sache! Anhand dieser Bänder erkennt die Seele, in welches Kontinuum sie sich einfügt, wenn sie einen neuen Erdenweg plant – und diese Bänder werden sie auch im guten Sinne „auf der Spur“ halten! Die Seele erkennt anhand dieser Bänder, welche Gegebenheiten und Umstände in ihrer Familie vorhanden sind, was an sie herangetragen wird als Kind als Lernaufgabe und Entwicklungsweg und welche „Aufträge“ sie weiterzugeben hat in ihrem Leben an ihre Nachkommen oder an die Menschen, die ihr begegnen. Und die Seele weiß: Sie kann damit umgehen.
Der Ahnenfluss
Unsere Seele ist auf eine andere – erweiterte – Wahrnehmung eingestimmt als unser Tagesbewusstsein. Unsere Seele betrachtet die Eigenschaften unserer Eltern, unserer Familie, der Kinder – aller Menschen – anders als wir es mit unserem Tagesbewusstsein, unserer Persönlichkeit (manche sagen auch Ego) tun. Auch wenn wir es manchmal nicht glauben wollen: Wir passen perfekt in diese Familie hinein, in die wir geboren wurden. Das Schloss-Schlüssel-Prinzip in Reinkultur. Wir suchen uns eine Familie, die uns das größte Entwicklungspotential ermöglicht und wenn wir damit Probleme haben, dann nur deshalb, weil wir noch nicht erkannt haben, worum es geht, was das Lernthema ist und wo die Geschenke verpackt liegen! Der Ahnenfluss bindet uns in horizontaler Matrixrichtung ein in das Leben – die göttliche Verbindung nach „oben“ ist die senkrechte Verbindung. Beides zusammen geklärt und gut im Fluss ergibt harmonische Beziehungen, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstliebe.
Die Matrix der Ahnen
Wenn wir unsere Verbindungslinien in alle Zeiten und Räume wie eine Matrix erkennen können, sehen wir, dass wir in der Reihe eines Ahnenflusses stehen, der durch uns durchgeht und sich in unseren Kindern fortsetzt, ob wir wollen oder nicht. Eine bestimmte Energie manifestiert sich und wird durch die Generationen einer Familie gelebt. Sobald man sich in einer Familie inkarniert, hat man die Entscheidung getroffen, in dieser Ahnenkette zu leben und die elementaren Gedanken, Ideen, Themen und Konzepte zu repräsentieren wie beispielsweise Mut, Selbstwert, Angst, Trauer, Ehre… etc. Allerdings vergisst man diese Entscheidung manchmal – und stellt sich gegen den Fluss. Wie schwer das Leben dann wird, kann man sich bildlich so vorstellen: Wenn man den Stein spielt, der sich in den Fluss wirft und den Fluss versucht aufzustauen, wird man mit einer Menge unaufhörlichem Druck (des Wassers) konfrontiert sein. Aus der systemischen Familientherapie weiß man, dass ein System immer mit aller Kraft versuchen wird, etwas Fehlendes zu ersetzen und etwas Störendes aus dem Feld zu drängen (wobei dann meist ein Stellvertreter das „Störende“ übernimmt). Das System Familie ist – in einer noch recht unentwickelten Form und das sind viele Familien auf der Erde noch – auf Überleben ausgerichtet.
Wo die Freiheit beginnt
Wir haben schon gehört, dass wir nicht wirklich viel Wahl haben, was das Übernehmen der Ahnenenergie mitsamt ihren Themen betrifft, wir stehen in dieser Energie, ob wir wollen oder nicht. Die Freiheit beginnt ganz wo anders. Dort nämlich, wo man ganz bewusst diesen Energiefluss, der durch einen durchgeht, anschaut, lenkt, steuert und durch das mitfühlende, offene Herz hindurch wandelt. Solange man in der Abwehr gegen die Familie ist, wird der Ahnenfluss mit aller Kraft auf den eigenen inneren Stein – das verschlossene Herz – prallen und Wirbel, Wellen schlagen. Die Wirbel und Wellen werden als Drama im Leben sichtbar, all die Dinge, die einem „passieren“, die einen nicht glücklich werden lassen. Als hellsichtige Energetikerin „sehe“ ich den Energiefluss buchstäblich durch den Rücken in das Energiefeld des Menschen eintreten, das Herz durchqueren – wenn es offen ist für die Familie – und nach vorne aus dem Energiefeld austreten. Das Ausströmen der Energie auf der Vorderseite des Herzzentrums ist ein gutes Zeichen, es heißt, dass die ganze Liebe und Kraft des Ahnenfelds angenommen wurde, alles geklärt wurde, was innerlich dagegen steht und mit der eigenen Liebe vermengt kann die Energie nun in die Welt hinausgehen – und dem Menschen wiederum die Liebe zurückbringen, die er sich vielleicht immer von seiner Familie gewünscht hat.
Störfaktor Ahnen in der Beziehung
In Beziehungen ist ein ungeheilter Ahnendurchfluss daran zu erkennen, dass sich früher oder später Muster einschleichen, die an die eigene Familie erinnern und auch aus der Herkunftsfamilie kommen. Selbst Menschen, die jahrelang sehr selbständig alleine lebten, können nach Eintritt in eine Beziehung, nach dem Zusammenzug mit dem Partner in eine gemeinsame Wohnung, nach der Eheschließung oder nach dem ersten Kind in Muster fallen, die noch aus der Ahnenfamilie stammen, wenn sie diese nicht vorher bewusst geklärt und ausgeräumt haben.
Das gefährlich daran ist, dass diese Muster oft schleichend einsetzen oder anhand von Daten, die man nicht als bedeutsam erkennt, wie beispielsweise die 10er oder 20er-Jahrzyklen, die Alterszyklen der Eltern oder der Kinder. Dann übernimmt man auch die Verantwortung nicht dafür, prüft nicht bewusst, ob die Muster geeignet sind für das eigene Leben – sondern man verleugnet, verdrängt, projiziert auf den anderen.
Das Auftragsbuch für die neue Familie
„Wir wissen nicht, warum die Frauen in unserer Familie immer soviel Pech haben!“ heißt es dann beispielsweise, wenn die Tochter das Selbstwertproblem der Großmutter bearbeitet und sich selbst der friedliebendste Mann bei der Tochter in einen Macho verwandelt oder „Dass mein Sohn immer so eine faule Frau bekommen muss!“ könnte ein Klageruf einer Mutter lauten, die ihren Perfektions- und Projektionswahn nicht in den Griff bekommen hat und diesen in die Nachfolgefamilie ihres Sohnes weitergibt. Der Sohn wäre gerne faul oder wenigstens gerne in seinem eigenen Rhythmus, traut sich aber in Ehe genauso wenig wie bei seiner Mutter aufzubegehren und legt damit das, was er bei Frau Mama nicht entwickelt hat, seiner Frau als Aufgabe zu Füßen – ein undankbarer Job! Die „faule“ Schwiegertochter muss faul sein, ob sie will oder nicht.
Daran erkennt ein Partner oft auch, ob der andere gerade ein Familienmuster oder karmisches uster lebt: Er fühlt sich vom anderen in eine Rolle gezwungen, die ihm gar nicht liegt. Die faule Schwiegertochter bietet der Mutter ein Lernthema, dem Sohn/Partner und sich selbst und es ist bei allen dreien das gleiche Thema, nur in anderer Ausprägung: Zu seinem eigenen Tempo und Anspruch zu stehen und den anderen sein lassen, wie er ist. Ein typisches Ahnenthema, das bewusst angeschaut und gelöst werden muss, will diese Beziehung nicht scheitern.
Bewusste Beziehungen mit der Kraft des Ahnenflusses
Bewusstheit ist also das Schlüsselwort für Beziehungen. Bewusstheit ist das Schlüsselwort für den richtigen Umgang mit dem Ahnenfluss. Man kann erlernen, die geheilten kraftvollen und die ungeheilten hemmenden Themen zu erkennen, die in der Ahnenenergie mitschwingen und kann sich mit ihnen heilsam auseinander setzen, die Verantwortlichkeiten dort platzieren, wo sie hingehören und das aus der Bandbreite der Gegebenheiten auswählen, was man in diesem Leben bewusst leben will.
Dann kommt man in Frieden mit der Ahnenenergie und wenn man diesen Moment erreicht hat, erfährt man die bislang vielleicht störende Energie wie eine Schubkraft, die ganz buchstäblich auf Herzbereichhöhe von hinten in das Energiefeld einfließt und uns den „Rücken stärkt.“ Wenn wir es schaffen, die Ahnenenergie so zu wandeln, dass sie uns nutzbringend zur Verfügung steht, als Stütze, als Schubkraft, als neutrale Hilfestellung von denen, die vor uns hier waren, dann können wir glückliche, entspannte Beziehungen leben und das wünsche ich euch,
Christine
Die mit ihren Klienten in ihrer Praxis Den Ahnenfluss in Balance bringt